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Der Prozess

Eines Morgens erwache ich und erfahre, dass ich vor Gericht gestellt werden soll.

Weil ich ein Buch und einen Film über das Dorf Mals in Südtirol gemacht hatte, dessen Bevölkerung sich gegen Pestizide eingesetzt hatte, war ich angezeigt worden.

  • Vom Südtiroler Landesrat für Landwirtschaft (Arnold Schuler),
  • vom Südtiroler Bauernbund
  • und von 1.600 Obstbauern.

Und tatsächlich hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen danach Anklage gegen mich erhoben. Wegen „übler Nachrede“.

Das wird hohe Anwalts- und Gerichtskosten verursachen. Zehntausende von Euros noch vor dem ersten Verhandlungstag. Kosten, die in Italien nicht einmal dann zurückerstattet werden, wenn ich am Ende gewinnen sollte.

Doch ob ich gewinnen werde oder nicht ist noch fraglich. Die Interessen der Bauern- und Tourismuslobby dominieren weite Teile der Südtiroler Gesellschaft und Institutionen.

Sollte ich verlieren, droht mir sogar eine Haftstrafe; es kommen dann noch höhere Kosten für das Verfahren vor höheren Instanzen und Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe auf mich zu. Wenn z.B. Tausende von Bauern als Nebenkläger auch nur 1.000 Euro als Schadensersatz zugesprochen bekämen.

Und ich bin nicht der Einzige der vor Gericht stehen wird.

  • Auch gegen einen Aktivisten vom Umweltinstitut München, Karl Bär, wurde Anklage erhoben.
  • Ebenso gegen den gesamten Vorstand des Umweltinstituts München.
  • Und schließlich sogar gegen meinen Verleger vom oekom Verlag: Jacob Radloff.

Ich wurde angezeigt … 

  • weil ich geschrieben hatte, dass die Pestizidwolken der Obstbauern die Gesundheit ihrer Nachbarn schädigen und Menschenleben kosten … 
  • und weil ich geschrieben hatte, dass – wer diese Fakten vorsätzlich ignoriert – daran eine Mitschuld trägt.

Der Prozess gegen meine Mitangeklagten und mich ist ein Anschlag auf das Recht der freien Äußerung und Verbreitung von Meinungen.

Bitte helft mir diesen Prozess zu gewinnen! Ihn zu einem Prozess für Meinungsfreiheit und Aufklärung zum Thema Pestizide zu machen, in dem ihr das Buch, das ich darüber schreiben werde, gleich jetzt – vorab – bestellt!

In meinem neuen Buch „Der Prozess“ geht es nicht nur um meinen Prozess, sondern vor allem auch um jenen (weitgehend unbemerkten) Prozess, der zu solchen Prozessen führt und der dafür verantwortlich ist:

  • dass die Pharmaindustrie gefährliche Produkte gegen besseres Wissen im Markt hält,
  • dass die Öffentlichkeit systematisch und vorsätzlich über deren Gefahren belogen wird,
  • und dass auf Kritiker seit Jahrzehnten und in allen Teilen der Welt – mit SLAPP’s, sogenannten strategic lawsuits against public participation oder jusristischen Ohrfeigen, eingedroschen wird.

Ich bin weder der Erste, noch Letzte der mundtot gemacht werden sollte. Schon Rachel Carson, die mit ihrem Buch „Der Stumme Frühling“ zu den Impulsgebern der grünen Bewegung zählte und als erste auf die Gefahren von DDT hinwies, wurde und wird über ihren Tod hinaus durch eine beispiellosen Rufmordkampagne diffamiert. 

Und in manchen Ländern der Erde kämpfen Aktivisten und Journalisten nicht nur um ihren Ruf oder um ihr wirtschaftliches Überleben, sondern tatsächlich um ihr Leben.

Von all diesen Repressionen erzähle ich in meinem neuen Buch „Der Prozess“.

Doch wo Gefahr ist, da wächst das Rettende auch …
Wir sind gerade dabei unsere europäischen Netzwerke zu aktivieren!

Unser Plan: Wir wollen den Gerichtsprozess umdrehen. 

  • Ihn zu einer Veranstaltung machen, in der wir den öffentlichen Nachweis erbringen werden, dass Pestizide so gefährlich sind, wie wir behauptet haben. 
  • Ja mehr als das: dass die Verantwortlichen nicht nur wegschauen, sondern sogar (aktiv fabrizierte und vorsätzlich in Umlauf gebrachte) Lügen verbreiten. (Dass die Pharma- und Agrarlobby die genau gleichen Techniken anwendet, die von der Tabakindustrie entwickelt wurden, um ihr Produkt wider besseres Wissen im Markt zu halten. Techniken, die zur Zeit auch von der Erdölindustrie mit großem Erfolg eingesetzt werden, um Zweifel am Klimawandel zu schüren.)
  • Wir werden den Nachweis erbringen, dass die Pestizidwirtschaft ihre Kritiker seit Jahrzehnten systematisch verfolgt und zu vernichten versucht. 

Doch die Zeiten, wo man in Europa damit durchkommt, sind hoffentlich vorbei. 
Und sehr bald werden sie auch in allen anderen Regionen der Erde vorbei sein.
Hoffentlich.

Cover-Entwurf – Der Prozess

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Armin Thöne sagt:

    Servus Alexander Schiebel,

    ich finde Ihre Arbeit großartig und möchte und werde Sie unterstützen.

    Eine kleine Kritik am Rande soll zu einer Verbesserung und damit erhöhtem Erfolg beitragen:
    Auf Ihrer DVD „Das Wunder von Mals“ ist die Hintergrundmusik (teils zu aufdringlich und störend) sicher als Stilmittel gewollt und an den Stellen, wo z.B. Gifte gespritzt werden, auch passend (wenn auch da oft zu sehr im Vordergrund, d.h. zu laut und ätzend), dass dies sich dann aber auch an anderen Stellen über weite Strecken eher unpassend fortsetzt und für sensible Hörer bzw. Gemüter ziemlich nervend oder gar zu einer Zumutung wird, kann ich nicht gut heißen.
    Wenn an diesen ‚unpassenden Stellen‘ besser dazu passende verträgliche oder eventuell als Kontrast erbauliche Musikuntermalung eingespielt wäre, dann könnte ich mir die so wertvolle Dokumentation gerne öfters als nur einmal ansehen.
    Bekannte von mir sind der gleichen Meinung.

    Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre weitere Arbeit

  2. Gudrun Streit sagt:

    lieber Alexander,
    ich finde deine neue Buchidee wieder sehr spannend und wenn du Interesse hast skype oder zoome ich mit dir über meine Beweggründe für Spende, Besttellung und FÖrderung deines Projektes.
    Viele Grüße
    Gudrun Streit

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